Ferien Kompass

Ratgeber · Planung

Reisedokumente für Kinder: Pass, Identitätskarte und Einverständniserklärung

Am Flughafen umkehren zu müssen, weil ein Ausweis fehlt oder abgelaufen ist, gehört zu den bittersten Ferienstarts. Ein Blick in die Schublade ein paar Wochen vorher verhindert das.

Wichtig: Einreisebestimmungen ändern sich und unterscheiden sich je nach Land und Staatsangehörigkeit. Dieser Artikel ersetzt keine Auskunft. Verbindlich sind die Angaben der Behörden – für Schweizer Staatsangehörige die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und die Informationen des Bundesamts für Polizei (fedpol) zu Pass und Identitätskarte.

Jedes Kind braucht einen eigenen Ausweis

Kinder können nicht mehr im Pass der Eltern eingetragen werden. Auch ein Baby braucht für Auslandreisen ein eigenes Dokument.

Ausweise von Minderjährigen sind kürzer gültig als die von Erwachsenen. Weil Kinder sich schnell verändern, lohnt es sich, das Ablaufdatum aller Familiendokumente früh im Jahr zu prüfen.

Pass oder Identitätskarte?

Für viele Reisen in Europa genügt die Identitätskarte. Für andere Länder ist ein Pass nötig, manchmal mit einer Mindestgültigkeit über das Rückreisedatum hinaus. Welches Dokument ihr braucht, hängt vom Ziel ab – und von Zwischenstopps, falls ihr umsteigt.

Früh genug beantragen

Für einen neuen Ausweis braucht es einen Termin und danach Lieferzeit. Vor den Sommerferien sind die Termine erfahrungsgemäss knapp. Plant deshalb mehrere Wochen ein, nicht nur ein paar Tage.

Wenn ein Elternteil allein mit dem Kind reist

Reist ein Kind nur mit einem Elternteil, mit Grosseltern oder mit einer anderen Familie, kann eine schriftliche Einverständniserklärung der Sorgeberechtigten hilfreich sein. Manche Länder verlangen sie ausdrücklich. Legt eine Kopie des Ausweises der unterschreibenden Person bei.

Elektronische Einreisegenehmigungen

Einige Länder verlangen auch von Reisenden, die kein Visum brauchen, vorab eine elektronische Einreisegenehmigung – für die USA etwa das ESTA, für Grossbritannien die ETA. Diese Genehmigungen gelten in der Regel pro Person, also auch für Kinder. Beantragt sie ausschliesslich über die offiziellen Websites der jeweiligen Behörden: Es gibt Vermittlerseiten, die dafür ein Mehrfaches der amtlichen Gebühr verlangen.

Wenn die Nachnamen verschieden sind

Trägt ein Kind nicht denselben Nachnamen wie der begleitende Elternteil, kann bei Kontrollen die Frage kommen, in welcher Beziehung ihr zueinander steht. Hilfreich ist dann ein Dokument, das die Verwandtschaft belegt, etwa ein Auszug aus dem Familienregister oder eine Geburtsurkunde, gegebenenfalls zusammen mit der Einverständniserklärung des anderen Elternteils.

Unterwegs ein Dokument verloren

  1. Den Verlust bei der örtlichen Polizei melden und eine Bestätigung verlangen.
  2. Die zuständige Schweizer Vertretung – Botschaft oder Generalkonsulat – kontaktieren. Sie kann in der Regel ein provisorisches Reisedokument für die Heimreise ausstellen.
  3. Die Kopien oder Fotos der verlorenen Dokumente bereithalten; sie beschleunigen das Verfahren.

Gesundheit gehört auch zu den Papieren

Für manche Reiseziele werden Impfungen empfohlen oder verlangt. Klärt das mit genügend Vorlauf in der Kinderarztpraxis oder bei einer reisemedizinischen Beratung – manche Impfungen brauchen mehrere Termine. Prüft ausserdem, wie eure Krankenversicherung Behandlungen im Ausland deckt.

Checkliste

  • Ablaufdaten aller Ausweise prüfen, auch die der Eltern.
  • Einreisebestimmungen des Ziellandes und allfälliger Transitländer nachlesen.
  • Bei Bedarf Einverständniserklärung vorbereiten.
  • Fotos der Dokumente getrennt vom Original aufbewahren, etwa verschlüsselt auf dem Telefon.
  • Krankenversicherungskarte und Impfausweis nicht vergessen.