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Ratgeber · Planung

Kostenlos stornieren oder günstiger buchen? Stornobedingungen verstehen

Mit Kindern ändern sich Pläne öfter, als einem lieb ist: Fieber am Abreisetag, ein gebrochener Arm, ein Todesfall in der Familie. Die Stornobedingungen entscheiden, was euch das kostet.

Hinweis: Dieser Artikel erklärt die Grundbegriffe. Er ersetzt keine Beratung. Massgebend sind immer die Bedingungen eures Anbieters und eurer Versicherung.

Flexible und nicht erstattbare Tarife

Viele Unterkünfte bieten zwei Preise: einen etwas höheren mit kostenloser Stornierung bis zu einem bestimmten Datum und einen günstigeren, der nicht erstattet wird. Achtet auf:

  • Die Frist: „Kostenlos stornierbar" gilt fast immer nur bis zu einem Stichtag, nicht bis zum Anreisetag.
  • Die Zeitzone: Gemeint ist oft die Ortszeit der Unterkunft.
  • Teilzahlungen: Eine Anzahlung kann auch bei flexiblen Tarifen verloren gehen.

Wann sich flexibel lohnt

  • Wenn ihr lange im Voraus bucht und vieles noch offen ist.
  • Wenn kleine Kinder mitreisen, die kurzfristig krank werden können.
  • Wenn ihr damit rechnet, später noch ein besseres Angebot zu finden.

Annullationskostenversicherung

Sie übernimmt Stornokosten, wenn ihr aus einem versicherten Grund nicht reisen könnt – typischerweise Krankheit, Unfall oder Tod naher Angehöriger. Nicht versichert ist in der Regel, wenn ihr einfach keine Lust mehr habt.

Bevor ihr eine abschliesst: Prüft, ob ihr schon versichert seid. Manche Zahlungskarten, Schutzbriefe von Verkehrsclubs oder Zusatzversicherungen enthalten eine solche Deckung – oft mit Bedingungen, etwa dass die Reise mit der Karte bezahlt wurde.

Im Ernstfall

  1. So früh wie möglich stornieren – spätere Stornos kosten meist mehr.
  2. Ein Arztzeugnis vor dem Abreisetag ausstellen lassen.
  3. Belege aufbewahren und die Versicherung umgehend informieren.

Pauschalreise oder einzeln gebucht?

Ob ihr Flug und Unterkunft zusammen als Pauschalreise bei einem Reiseveranstalter bucht oder einzeln bei verschiedenen Anbietern, macht einen Unterschied. Für Pauschalreisen gelten in der Schweiz besondere gesetzliche Regeln, die Reisenden zusätzliche Rechte geben, etwa wenn der Veranstalter die Reise erheblich ändert. Bei einzeln gebuchten Leistungen gilt für jede Buchung ihr eigener Vertrag – fällt der Flug aus, bleibt die Unterkunftsbuchung davon zunächst unberührt.

Wenn der Anbieter absagt

Sagt nicht ihr ab, sondern die Fluggesellschaft oder die Unterkunft, gelten andere Regeln als bei einer Stornierung durch euch. Bei Flügen von oder in die Schweiz und die EU gibt es festgelegte Fluggastrechte, die unter bestimmten Voraussetzungen Erstattung, Umbuchung oder Ausgleichszahlungen vorsehen. Informiert euch in einem solchen Fall bei der Fluggesellschaft und, falls nötig, bei den zuständigen Behörden.

Das Kleingedruckte der Versicherung

  • Versicherungssumme: Deckt sie den gesamten Reisepreis der Familie?
  • Versicherte Personen: Gilt die Deckung für alle Mitreisenden, auch für Grosseltern, die mitkommen?
  • Vorbestehende Krankheiten: Oft ausgeschlossen oder nur eingeschränkt versichert.
  • Selbstbehalt: Wie viel tragt ihr im Schadenfall selbst?
  • Abschlusszeitpunkt: Manche Versicherungen müssen kurz nach der Buchung abgeschlossen werden.

Eine Faustregel

Je höher der Reisepreis und je früher gebucht wird, desto wichtiger ist eine gute Absicherung – über flexible Tarife, eine Versicherung oder beides. Bei einer kurzfristigen, günstigen Buchung kann ein nicht erstattbarer Tarif dagegen die vernünftige Wahl sein.